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Durch opencaselaw.ch KI-generierte Zusammenfassung des Bundesgerichtsurteils. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Strafrecht  ·  Urteil 7B_1368/2025  ·  vom 20.03.2026

Refus de qualité de partie plaignante

Executive Summary

Das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts (7B_1368/2025) vom 20. März 2026 befasst sich mit der Frage, ob eine Frau, A.________, die in einem Strafverfahren als parteiplägend galt, tatsächlich das Recht hatte, als solche anerkannt zu werden, nachdem sie in ihrer ersten Anhörung beim Polizei erklärte, sie wolle keine Strafanzeige erstatten. Das Gericht stellte fest, dass A.________ nicht ausreichend über die Konsequenzen ihrer Renunciation informiert worden war und hob die Entscheidung der kantonalen Instanz auf, dass sie keine parteiplägende Qualifikation besitze. Die Gründe des Gerichts basieren auf rechtlichen Normen, die eine klare und informierte Zustimmung zur Renunciation erfordern, und auf der unzureichenden Information, die A.________ zur Verfügung gestellt wurde.

Detaillierte Zusammenfassung

1. Verfahrenshistorie

Das Verfahren begann mit einer Strafuntersuchung wegen Vergewaltigung durch A.________, die gegenüber der Polizei erklärte, dass sie keine Strafanzeige erstatten wolle. Zunächst wurde A.________ als parteiplägend anerkannt, jedoch entschied die kantonale Gerichtsbarkeit am 5. November 2025, dass sie diesen status nicht habe, woraufhin A.________ beim Bundesgericht Beschwerde einlegte.

2. Rechtsgrundlagen

Die relevanten rechtlichen Bestimmungen umreißen die Bedingungen, unter denen eine verletzte Person (der Lésé) als parteiplägend anerkannt wird. Nach Art. 118 Abs. 1 des Strafprozessrechts (CPP) muss der Lésé ausdrücklich erklären, dass er an dem Strafverfahren teilnehmen will. Diese Erklärung kann sowohl schriftlich als auch mündlich abgegeben werden.

3. Inhaltliche Prüfung

Das Bundesgericht prüfte vor allem die Frage, ob A.________ hinreichend über ihre Rechte und die Bedeutung einer etwaigen Renunciation informiert worden war:

  • Information über Rechte: Es wurde festgestellt, dass A.________ in der ersten Anhörung nicht umfassend über ihre Rechte als Opfer und die Konsequenzen einer Renunciation informiert wurde. Das Gericht stellte fest, dass die Polizei A.________ nicht klar über den endgültigen Charakter ihrer Erklärung informierte, was die Ansprüche als parteiplägende Person betraf.

  • Bewusstsein über die Konsequenzen: Um zu einer gültigen Renunciation zu gelangen, ist es erforderlich, dass die betroffene Person eine klare, wohlüberlegte Entscheidung trifft. A.________ äußerte, dass sie nicht zur Polizeistation erschien, weil sie psychisch belastet war und eine Verständigung über die möglichen Folgen ihrer Entscheidungen nicht stattfand. Der Bundesgerichtshof stellte demnach fest, dass es an den Behörden lag, die nötigen Informationen bereitzustellen und sicherzustellen, dass die erklärte Renunciation tatsächlich bewusst und gewollt war.

4. Arbitrarität und Verletzung des Rechts

Das Gericht entschied, dass die kantonale Instanz in ihrer Beurteilung, dass A.________ auf ihre Rechte verzichtet hatte, nicht nur fehlerhaft war, sondern dass die Abwägung von Beweisen und deren Bedeutung als willkürlich angesehen werden müsse. Ein legitimer Verzicht auf das Recht, als parteiplägend anerkannt zu werden, müsste deutlich ohne Zwang oder unzureichende Information zustande kommen.

5. Ergebnis und Folgen

Aufgrund der vorgenannten übergeordneten rechtlichen Erwägungen wurde die Entscheidung der kantonalen Instanz aufgehoben. Das Verfahren wurde an das kantonale Gericht zurückverwiesen, um die nötigen Informationen zu den Rechten und Unterstützungsmöglichkeiten von A.________ zu überprüfen und die Rangordnung ihrer Ansprüche angemessen zu bewerten.

In Anbetracht des gewonnenen Verfahrens wurde A.________ eine Kostenerstattung für ihre rechtlichen Aufwendungen zugestanden, während das Gesuch des Täters um rechtliche Unterstützung ebenfalls anerkannt wurde.

Insgesamt hebt das Urteil des Bundesgerichts die Wichtigkeit der umfassenden Information über die Rechte und Entscheidungsfreiheit für Opfer im Strafprozess hervor, um sicherzustellen, dass alle Parteien fair vertreten sind und ein Opfer nicht auf sein Recht zur Klage verzichtet, ohne die tiefgehenden rechtlichen Konsequenzen zu verstehen.